Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e.V. folgen

Aktuelle Diskussion um Altersarmut

Pressemitteilung   •   Mär 10, 2017 08:54 CET

Bild: pixabay

Die Diskussion um Altersarmut will nicht abreißen. Das Thema wird von Medien und Politikern bei passendem Anlass gerne beschworen. Aber ist die Angst davor tatsächlich begründet? Das Webmagazin der Initiative Deutsche Betriebsrente (dbr) hat das Thema Altersarmut in den Monaten Januar und Februar als TOP-Thema geführt und in vielen Beiträgen über verschiedene Aspekte der aktuellen Diskussion berichtet.

Die rentenpolitische Diskussion verunsichert viele Menschen. Sinkendes Rentenniveau, Versorgungslücken, Altersarmut – diese Themen beherrschen immer wieder die Schlagzeilen. Ist Altersarmut nun Gerücht oder Wirklichkeit fragt daher das dbr-Webmagazin? Fakt ist, von Altersarmut ist längst nicht jeder betroffen. Es gibt sie, die sogenannten Risikogruppen – Solo-Selbstständige und Geringverdiener zum Beispiel – bei denen tatsächlich Versorgungslücken entstehen. Und auch wenn man sich die regionale Verteilung in Deutschland anschaut, gibt es Regionen, in denen Menschen stärker betroffen sind als in anderen Regionen – allein schon, weil das regionale Preisniveau über die tatsächliche Kaufkraft der zur Verfügung stehenden Rente entscheidet.

Anleitung zur Vermeidung von Altersarmut

Sie und alle, die ihren Lebensstandard auch im Alter halten möchten, sollten in Eigeninitiative vorsorgen. Das Webmagazin hat die notwendigen Schritte in einem Übersichtsbericht „Wie vermeide ich Altersarmut“ zusammengefasst. Denn am besten verlässt man sich nicht auf die Politik, sondern sorgt selbst vor. Das deutsche Rentensystem wird von drei Säulen getragen. Neben der gesetzlichen Rente gibt es noch die betriebliche Altersversorgung (bAV) und die private Altersvorsorge. Mithilfe einer guten, neutralen Beratung findet jeder ein passendes Vorsorgeprodukt.

Die Rolle des Gesetzgebers

Neben der Eigeninitiative gibt es aber auch den Gesetzgeber und der ist aktuell in erster Linie gefragt. Das dbr-Webmagazin hat verschiedene Politiker interviewt und ganz gezielt die Frage gestellt: Was kann der Gesetzgeber gegen Altersarmut tun? Für Peter Weiß, MdB, von der CDU zum Beispiel war es besonders wichtig, dass durch eine ununterbrochene Erwerbstätigkeit und dadurch eine regelmäßige Einzahlung in die Rentenversicherung der Altersarmut vorgebeugt werden kann. Aus seiner Sicht ist der „wichtigste Reformvorschlag der, dass, wenn jemand wegen geringer Rente Grundsicherung im Alter beantragen muss, er von einer zusätzlichen Altersvorsorge (Betriebsrente, Riester-Vertrag, Rürup-Rente, Lebensversicherung etc.) mindestens 100,- EURO monatlich über die Grundsicherung hinaus behalten darf. Das ist eine Umkehrung des bisherigen Prinzips.“

Dr. Carola Reimann, MdB, Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert ebenfalls die mediale Panikmache und die daraus entstandene Verunsicherung in der Bevölkerung. Für sie ist aber klar, dass Altersarmut auch in Zukunft kein Massenphänomen sein wird. „Der Schlüssel zur Vermeidung von Armut ist gute Arbeit. Deshalb sind der gesetzliche Mindestlohn, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die gestärkte Tarifautonomie und die Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen wichtige Schritte zur Vermeidung von Armut. Denn wer gute Arbeit hat und ordentlich verdient, braucht seltener staatliche Unterstützung – sowohl in der Erwerbsphase als auch im Alter.“

Auch Matthias W. Birkwald, MdB, rentenpolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion DIE LINKE, stand für ein Interview zur Verfügung. Er versteht die Sorge und Verunsicherung vieler Menschen hinsichtlich Altersarmut. „Viele junge, mittelalte oder ältere Menschen haben Angst vor Altersarmut, weil es viel schwieriger geworden ist, durchgängig beschäftigt zu sein, weil sich Niedriglöhne immer mehr ausbreiten, weil krankmachende Belastungen im Arbeitsleben zunehmen, weil die Riester-Rente als zusätzliche Vorsorge komplett versagt hat und weil gleichzeitig das Niveau – und damit auch die Lohnersatzfunktion – der gesetzlichen Rente immer weiter zurückgefahren wurde und wird.“ Sein Lösungsansatz besteht daher darin, die Risiken der Arbeitnehmer zu senken.

Das nächste TOP-Thema: Sparen

In den Monaten März und April ist „Sparen“ das nächste TOP-Thema. Im dbr-Webmagazin wird das Themen wieder aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und leicht verständlich sowie objektiv erklärt.

Über das dbr-Webmagazin

Das Webmagazin ist das Sprachrohr der Initiative Deutsche Betriebsrente, die sich auf die Fahne geschrieben hat, betriebliche Altersversorgung in Deutschland zu fördern und zwar unter anderem durch die Verbesserung der Kommunikation rund um dieses Thema. Im dbr-Webmagazin finden Leser daher viele leicht verständliche Hintergrundberichte sowie Servicetipps neben der aktuellen rentenpolitischen Berichterstattung. Das Onlinemagazin richtet sich dabei sowohl an Arbeitgeber als auch an Arbeitnehmer.

Der Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e.V.

Der Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e. V. (dbr e. V.) ist eine unabhängige Initiative zur Förderung, Verbreitung und Professionalisierung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) in Deutschland. Sie wurde 2013 vom VdW Versorgungsverband, dem Versorgungswerk der IHKs und Verbände, ins Leben gerufen. Der gemeinnützige Verein verfolgt das Ziel, die bAV in kleinen und mittelständischen Unternehmen durch verbesserte Kommunikation, Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung und unabhängige Beratung zu fördern.

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Kommentar

Agree With Privacy Policy